Milet

Vom Ölberg Milet aus blickt man nordwestlich auf die Ruinen einer der für die Menschheit wichtigsten Städte der Welt, auf Milet. In dieser Stadt sind die Naturwissenschaften entstanden. Milet ist die Geburtsstätte der (westlichen) Philosophie.
Milet und Milesier waren mit über 80 eigenen Kolonien am Mittel- und Schwarzen Meer wohlhabend. Milet war ein Schmelztiegel, multikulturell, maritim, weltoffen und neugierig. Das waren wohl die Ursachen, dass hier, nicht woanders, das freie Denken sich so entwickeln konnte. Thales, Anaximander und Anaximenes, die im 6. Jh. v. Chr. gelebt haben, sind die berühmtesten Milesier. Sie werden Vorsokratiker bzw. Naturphilosophen genannt. Die Türken sagen „es müsste an der Luft und dem Wasser dieser Gegend liegen“. Da ist wirklich etwas Wahres dran; in dieser Gegend philosophieren die Nachkommen von Thales und Anaximander immer noch sehr gern. Hier ist fast jeder ein Philosoph, der einem bei jeder Gelegenheit das Universum und den Sinn des Lebens erklärt… Deshalb nennen wir unser Olivenöl THE PHILOSOPHER’s GOLD.
Milets Ursprünge gehen bis in die Jungsteinzeit um 9500 v. Chr. zurück, die erste Stadt „Milet I“ stammt wohl aus der Kupferzeit (spätes 4. Jahrtausend v. Chr.). Die Gründungsmütter und -väter von Milet waren Hethiter, die die Stadt „Millawanda“ genannt haben.
Milet befand sich auf einer Seezunge. In ihrer Blütezeit lebten hier über 100.000 Menschen. Nach der Zerstörung durch die Perser 494 v. Chr. wurde die Stadt mit vier Häfen nach dem hippodamischen Schema wiederaufgebaut. Deshalb wird Milet „Manhattan der Antike“ genannt. Für den Vergleich mit Manhattan fehlt ihr allerdings das Wasser. Denn der Fluss Mäander (türkisch: Büyük Menderes), ließ durch die großen Mengen Sedimente, die er mit sich trug, den gesamten Golf verlanden, sodass die Hafenstadt Milet heute ca. 8 km im Landesinneren liegt.

Ölberg Milet

Unser Olivenhain, am südwestlichen Rand der Menderes- (Meandros-) Ebene gelegen, ist 5 ha groß und ein kleiner Berg, sodass wir ihn liebevoll unseren Ölberg nennen. Vom Ölberg aus erblickt man nur 3 km in nördliche Richtung entfernt das Theater von Milet (Miletos). Aufgrund dieser außergewöhnlichen Nachbarschaft und weil in Milet seit jeher Olivenöl gepresst wird, heißt unsere Marke Ölberg Milet.

Als wir unseren Ölberg 2018 übernahmen, gab es ca. 1.500 Olivenbäume verschiedenen Alters. Im vergangenen Jahr haben wir dann weitere 1.100 junge Bäumchen (Sorte: Memecik) eingepflanzt, die nun ca. 5 – 7 Jahre benötigen werden, um erstmals von ihnen ernten zu können.

Umweltschutz & Nachhaltigkeit

Uns ist eine nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung unseres Ölbergs enorm wichtig. Nur so können wir auch sicher sein, dass das von uns produzierte Öl beste Qualität aufweist. Außerdem möchten wir die Vielfalt an wilden Kräutern, Blumen, Insekten usw. auf unserem Ölberg erhalten und somit sein ökologisches Gleichgewicht bewahren. Das bedeutet, dass wir gegen Schädlinge (z.B. die Olivenfliege) kein Gift einsetzen, sondern auf schonende Methoden (z.B. Fliegenfallen) vertrauen. Auf künstliche Dünger und Herbizide verzichten wir ebenfalls komplett.

Im Frühjahr säen wir sogenannten Gründünger aus. Das ist eine ausgewogene Mischung verschiedenster Pflanzensamen. Es sind darunter viele Wiesenblumen und Kräuter, die wichtige Nährstoffe in den Boden einbringen, die Lebensbedingungen nützlicher Bodenlebewesen verbessern, Bodenerosion verhindern und nebenbei den Berg wunderschön zum Blühen bringen. Nützliche Insekten, wie Bienen und Marienkäfer finden reichlich Nahrung. Später werden die Kräuter teilweise in den Boden um die Olivenbäume eingearbeitet und sorgen für eine gute Nährstoffbasis. Von den umliegenden Viehbauern bekommen wir außerdem Schaf- oder Ziegenmist, den wir sehr sparsam als natürlichen Dünger unter unseren Bäumen verteilen. Kleine Schafherden weiden in Sichtweite unseres Ölbergs auf den saftigen Wiesen am Rande der Meandros-Ebene.

Im vergangenen Jahr haben wir 1.100 junge Olivenbäumchen eingepflanzt, die in den ersten Jahren im Sommer bewässert werden müssen, damit sie gut gedeihen und widerstandsfähig werden. Wir verwenden dafür Wasser aus unserem eigenen Brunnen und leiten es an jedes Pflänzchen, wo es tröpfchenweise wieder in den Boden gelangt.

Ganz wichtig ist uns im Frühherbst eine sanfte Ernte. Auch wenn es viel Zeit kostet, ernten wir von Hand. Wir pflücken unsere Oliven vom Baum und schonen somit seine Zweige und Äste.

Um Monokultur zu vermeiden und die Artenvielfalt auf dem Berg zu erhöhen, wurden neben den Olivenbäumen auch viele Obstbäume, wie Äpfel, Birnen, Feigen, Mandeln gepflanzt. Diese locken mit ihren Blüten im Frühjahr Bienen an, die auch bei der Bestäubung der Olivenblüten helfen.

Wir sind sehr stolz darauf, dass wir mit dem Ölberg Milet unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten können.

Rundgang: Fantastische Landschaften um Ölberg Milet